Telefonkonferenz mit Siemens

Telefonkonferenz

Im Infografiken-Seminar beschäftigen sich noch zwei weitere Gruppen mit den Stromnetzen und der Infrastruktur. Bei einem Treffen haben wir gemeinsam Fragen zusammengetragen, die uns allen noch etwas unklar sind.

Da es bei unserer Vorlesung „Interaktive Infografiken“ eine Kooperation mit Siemens gibt, konnten wir unsere Fragen direkt an einen Fachmann richten. Bei der Telefonkonferenz mit unserem Ansprechpartner bei Siemens haben wir folgende Antworten erhalten:

Wofür sollen die Nutzer der Infografik sensibilisiert werden? Was soll mit der Infografik erreicht werden? Welche Problemstellung macht eine Infografik erforderlich?

In gewissem Sinne ist das zugleich eine Frage nach der Zielgruppe. Die Infografik soll ein Grundverständnis dafür bringen, wie die Stromnetze überhaupt funktionieren und was das Tolle an der neuen SmartGrid-Technologie ist.

Es soll z.B. Mitarbeiter schulen, damit diese ein Basiswissen haben. Ebenso sollen durch die Infografik z.B. Vorstände einen Eindruck davon bekommen, was die Vorteile von SmartGrid sind und warum es eine Investition in eine bessere und sicherere Zukunft ist. Aber auch einfache Hausfrauen sollen verstehen, was es Ihnen bringt, wenn ihre elektrischen Geräte auf einmal miteinander kommunizieren. Sei es die Unabhängigkeit von großen Stromanbietern oder eine sicherere Stromversorgung, weil durch SmartGrid das Risiko von Netzausfällen verringert werden kann.

Extreme technische Details sind weniger relevant. Allerdings wäre es gut, wenn diverse Fakten enthalten sind – diese sollen aber so verpackt werden, dass sie leicht verständlich sind. Ähnlich wie es bei Wissenssendungen ist, die ein komplexes Thema für eine breite Zuschauermasse leicht verständlich erläutern.

Es soll deutlich werden, dass vernetzte dezentrale Energiesysteme für einen nachhaltigeren Energiehaushalt stehen, bei dem vor allem die Energie der Sonne (Wind/Solar/Biomasse) sehr viel besser genutzt wird, als dies heute der Fall ist.

Wie stehen bei SmartGrid die Geräte in Verbindung, wie wird kommuniziert? Wie wird die Stromverteilung gesteuert (heute & bei SmartGrid)?

Die SmartGrid-Technologie steckt noch in den Kinderschuhe und es gibt momentan 3-4 Lösungsansätze für die Kommunikation:

A) Internetverbindung (Steuerung übers Web, Nachteil ist neben teilweise schlecht ausgebauten Breitbandversorgungsnetzen die Sicherheit und der schwierige Schutz vor Fremdmanipulation der Steuerungsdaten)

B) Drahtlosverbindung über Mobilfunkt oder Satellit (wäre z.B. auch in ärmeren Ländern geeigent, wo kein Geld für den Aufbau eines großen Stromnetzes vorhanden ist)

C) Kommunikation über das Kabel selbst, wobei hier entweder die Stromfrequenz genutzt werden kann (bei Spannungsabfall/-anstieg sinkt/steigt die Frequenz, worauf die angeschlossenen Geräte entsprechend reagieren könnten) oder aber in dem ein KHz-Signal auf den Strom moduliert wird (Powerline-Communication).

Was muss am Netz ausgebaut werden, wie viel Umstellung ist nötig?

Bisher wurden die Strom(leitungs)kapazitäten durch die Last bestimmt (im Prinzip sind die Leitungen ständig am Limit). Daher kann der Ausfall einer Leitung auch eine Kettenreaktion auslösen, weil dadurch die Last auf andere Leitungen verteilt wird und diese dann ebenso überlastet werden…

Bei SmartGrid werden die Leitungen flexibler ausgelastet und sind nicht ständig am Limit. Die Spitzenregulierung wird völlig anders gesteuert und Spitzen dadurch viel besser abgefangen. Die Frage ist damit allerdings noch nicht beantwortet und soll daher in einem weiteren Gespräch oder per Mail beantwortet werden…

Zum Schluss noch ein Link zur Deutschen Umwelthilfe. Dort hat man sich in Vorträgen auch schon Gedanken über den Einsatz von SmartGrids und deren Auswirkungen auf die Stromnetze sowie das Lastmanagement gemacht…

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